Tierverhalten Blog

    Tierverhalten Blog (36)

    Kuno Juli 2014 006 Die trennungsbedingte Angststörung ist eine massive Form des Trennungsstresses bei Hunden. Meist handelt es sich hierbei um eher ängstliche, unsichere Hunde, die sich zu stark an ihren Menschen, ihre Bezugsperson gebunden haben. Häufig findet man solch starke Bindungen bei handaufgezogenen Hunden oder Hunden, die zu früh von der Mutter getrennt wurden  und sich nicht natürlich abnabeln  konnten. Der Mensch ist dann Mutterersatz und der Hund muss sich auch von diesem zur rechten Zeit abnabeln, um ein gesundes Maß an Selbständigkeit entwickeln zu können. Weitere Beispiele finden wir oft unter ausgesetzten oder anderweitig früh traumatisierten Hunden. Natürlich kann ich jeden Welpen, insbesondere „wesensschwächere“ Tiere, zu sehr an mich binden und so von mir abhängig machen.

    Zudem fördert der Mensch oft die Bereitschaft solcher Hunde zu einer zu starken Bindung an sich, wenn auch oft nicht willentlich oder bewusst. „Arme“, verschreckte, traumatisierte, unsichere Hundewichte bieten sich für den fürsorglichen, mitfühlenden Menschen regelrecht an besonders umsorgt und zu werden. Man hat nur das Beste im Sinne und möchte, dass es dem Hund ab nun nur mehr gut geht. Man will ihn beschützen und ihm jede weitere negative Erfahrung ersparen. Am liebsten möchte man ihn alles Schlimme in seinem Leben vergessen machen. Imgrunde spricht dieses Verhalten für den Menschen, aber nicht immer tut man dem Tier etwas Gutes. Denn der Hund wird mehr und mehr abhängig von seinem Menschen und das ist für seine innere Stabilität und Sicherheit nicht förderlich. Der Hund bezieht dann seine Stabilität und soziale Sicherheit zum Großteil über die Nähe zu seinem Menschen. Was aber wenn dieser dann nicht zur Verfügung steht?

    Wenn der Hund plötzlich alleine ist? Oder wenn der Hund schlicht mit einer Situation alleine klar kommen soll, er aber nie gelernt hat sich auf sich selbst verlassen zu können in schwierigen Situationen, sich selbst und seinen Fähigkeiten nicht vertraut? Nie Erfolgserlebnisse im Umgang schwieriger Situationen gemacht hat? Nie eigenständig Lösungen finden mußte? Es soll doch nicht die Welt zusammen brechen für einen Hund, nur weil er ohne seinen Menschen ist. Solche Hunde fallen bei Abwesenheit ihrer Bezugsperson bzw. wenn sie alleine bleiben sollen oft in eine große Unsicherheit, Angst bis hin zu Panik. Die körperlichen Symptome können sich enorm steigern bis zum Harn- und Kotverlust. Diese Hunde wirken im wahrsten Sinne des Wortes wie außer sich. Um sich zu beruhigen kauen und nagen sie an allem was sie finden. Häufig bellen und heulen sie übermäßig. Sie wollen den Kontakt zur Bezugsperson wieder herstellen. Teilweise ist es auch eine Art „rausbellen“ der inneren Anspannung, der Erregung und des inneren Stresses.

    Wichtig ist nun, dem Hund zu helfen, sozial sicherer zu werden und unabhängiger von seinem Menschen. Ohnedies bleiben wir der Verantwortungsträger im Mensch-Hundegespann. Wir geben dem Hund einen Rahmen vor, der seinem Leben Struktur und damit Sicherheit verleiht. Ein Hund will niemals der Boss sein, diesen Part überlässt er nur zu gerne uns Menschen. Wir sind der wohlwollende Verantwortungsträger. Ein gesundes Maß an Selbständigkeit ist für eine ausgeglichene glückliche Hundeseele sehr wichtig. Der Hund muss Hund sein dürfen und dazu braucht er unterem anderem seine sozialen Hundekontakte. Seine Erfolgserlebnisse, mit gewissen Situationen selbständig klar zu kommen. Eine berechenbare Kommunikation verleiht dem Hund ebenso Sicherheit wie ein ritualisierter Alltag (im Rahmen). Tiere mögen es vorhersehbar. Das gibt Sicherheit und ist daher für unsichere, ängstliche, traumatisierte Tiere besonders wichtig.

    Unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten verhelfen zu weiteren Erfolgserlebnissen selbständig eine Arbeit zu erledigen. Bei Hunden mit erhöhtem Erregungsniveau ist Nasenarbeit eine hilfreiche und lohnende Beschäftigung. Wilde Ballspiele sollten eher gemieden werden oder zumindest wohl dosiert sein. In der Ruhe liegt die Kraft und gerade bei den unruhigen, unsicheren, ängstlichen, traumatisierten Tieren sind wir als Menschen besonders gefordert in unserer Ruhe und inneren Mitte zu bleiben. Unsere innere Ruhe und Gelassenheit überträgt sich auf unsere Tiere. Ebenso überträgt sich Anspannung, Angst, Stress. Man nennt diese Übertragungen auch Stimmungsübertragung.

    Daher sollten im Falle einer Anwendung von Bachblüten, Mensch und Tier diese einnehmen. Bachblüten helfen das Tier auf feinstofflicher Ebene zu harmonisieren.

    Hiervon sind aber jene Hunde zu unterscheiden, die entweder aus Kontrollverlust Rambazamba machen wenn der Halter weggeht oder weil es einfach weil er voller Energie steckt, unausgelastet ist, ihm stinke langweilig ist und es Spaß macht endlich unbeaufsichtigt das Haus auf den Kopf stellen zu können. Die Auslastung des Hundes ist daher von großer Bedeutung, ehe ich ihn über einen längeren Zeitraum alleine lasse. Hunde wissen nichts über richtig oder falsch. Ein Verhalten funktioniert oder funktioniert eben nicht. Ein Verhalten ist gefährlich oder sicher. In Anwesenheit des Halters ist das Ausräumen des Mülleimers meist gefährlich, weil dieser schimpft oder andere Sanktionen setzt. Am Tisch zu tanzen ist auch nur ungefährlich, wenn der Halter nicht anwesend ist. Wir wissen, dass unsere Hunde nie ganz erwachsen werden.

     

    Maßnahmen - nur ein sehr kurzer Abriss dieses komplexen Themas:

    Neben dem Alleinsein-Training in kleinen Schritten (mit wenigen Minuten beginnend und entspannt in der inneren Gemütslage, dass es völlig normal ist jetzt zig Male für ein paar Minütchen um den Häuserblock zu gehen, alles in ein Ritual eingepackt....) ist es wichtig, sich mit dem Hund beschäftigt zu haben und ihm ausreichend Bewegung verschafft zu haben, ehe man ihn über einen längeren Zeitraum alleine läßt. Aber den Hund bitte nicht aufputschen!! Er darf nicht überdreht sein. Bevor man weg geht, muss er sich wieder in einem entspannten Zustand befinden. Ebenso wie Ihr Hund müssen auch Sie selbst innerlich ruhig und entspannt sein. Arbeit mit unseren Tieren ist teilweise auch Arbeit an uns selbst.

    katzenmutterglckWer liebt und genießt es nicht, das wohlig entspannende Schnurren seines Stubentigers. Es tut Körper, Geist und Seele gut und vermittelt uns den Eindruck, dass es unsere Katze gut geht. Allerdings ist dem nicht immer so. Schnurren ist nicht uneingeschränkt mit „Wohlbefinden“ gleich zu setzen. Heute wissen wir, dass auch todkranke Katzen schnurren, wenn sie gestreichelt werden. Sie liegen richtig, dass sie damit auch ihre Zuneigung ihrem Menschen gegenüber ausdrücken. ABER, die durch das Schnurren verursachten Vibrationen können zudem wichtige Selbstheilungsprozesse frei setzen. So hat Schnurren tatsächliche eine heilende Wirkung, insbesondere die Heilung von Knochenbrüchen wird durch das Schnurren gefördert. Auf diesem Gebiet wurde bereits reichlich geforscht. So liegt die sogenannte medizinisch wertvolle Schnurr-Frequenz zwischen 27 und 44 Hertz. Dies fanden nordamerikanische Wissenschaftler des „Fauna Communications Research Institute“ in North Carolina heraus. Aber auch in Berlin wurde mit den heilenden Vibrationen experimentiert. Die durch das Schnurren bewirkten Vibrationen lösen Muskelverspannungen und stärken die Knochen. Vermutlich sind deshalb Knochenbrüche bei Katzen selten und heilen schneller. Beim Schnurren entspannt der gesamte Körper, Ängste werden abgemildert und auch Schmerzen gelindert. Dies nicht nur bei der Katze selbst, sondern auch in ihrer unmittelbaren Umgebung. So können rhythmisch schnurrende Katzen Schlafstörungen beim Menschen lindern, Stresssymtome verringern und den Blutdruck senken.

    In erster Linie zählt das Schnurren zum Ausdrucksverhalten der Katze und dient der Kommunikation. Man nennt es auch Stimmfühlungslaut. Schnurren ist angeboren und bereits das Katzenbaby vermittelt über sein Schnurren der Mutter sein Wohlbefinden. Katzenwelpen schnurren bereits leise gleich nach der Geburt. Sie können gleichzeitig saugen, schlucken und schnurren. Aber auch die Mutterkatze schnurrt während ihre Jungen trinken und beruhigt auf diese Weise ihre Welpen und sich selbst. Natürlich zeigt auch die erwachsene Katze mit ihrem Schnurren offen ihr Wohlgefühl, dass sie sich glücklich und zufrieden fühlt. Man kann auch sagen, Schnurren ist eine Art Friedensbotschaft an ihre Artgenossen. Manchmal läßt sich das Schnurren gegenüber einem überlegenen Spielpartner beobachten. Die junge unterlegene Katze will damit ihre friedliche Spielabsicht betonen und sich auch selbst beruhigen.

    Katzenhalter wissen, dass Ihre Stubentiger im Erwachsenenalter ihre Schmerzen nicht offen zur Schau tragen. In der Natur macht das großen Sinn, denn ein verletztes Tier muss sich ruhig verhalten um nicht von Feinden entdeckt zu werden. Katzen ziehen sich zurück, wenn sie schwer verletzt, sehr krank sind oder wenn sie spüren, dass sie sterben werden. Zumindest würden sie dies am liebsten tun. Wir haben daher bei unseren sehr alten und sehr kranken Katzen immer darauf geachtet, dass sie im Hause bleiben und wir sie einigermaßen im Auge behalten. Am deutlichsten erkennen wir, dass unsere Katze krank ist, es ihr schlecht geht, durch ihren glasigen Blick und auch ein Nickhautvorfall ist dann keine Seltenheit (die Nickhaut ist das dritte Augenlid). Außerdem ist sie in ihrer Gesamterscheinung ein Häufchen Elend, im Temperament reduziert und das Fell ist zumeist struppig.

    bub kater spielielt nicht“ - eine sehr häufige Aussage von Katzenhaltern. Ausnahmslos immer spielte die Katze beim richtigen Spielangebot! Neben Spielen die Katzen auch alleine ausführen (etwa Katzenfummelbretter), kommt dem interaktiven Spiel in Form von Beutespielen für die seelisch, geistig, körperliche Gesunderhaltung unseres Stubentigers – insbesondere bei reiner Wohnungshaltung – eine fundamentale Rolle zu. Das interaktive Spiel findet zudem Anwendung in Form von Spieltherapie bei Verhaltensauffälligkeiten und Verhaltensstörungen.

    Beim interaktiven Spiel übernimmt der Mensch mit dem Spielobjekt die Beuterolle. Mit anderen Worten verleihen wir einer Attrappe Leben. Katzen habe individuelle Vorlieben bezüglich ihrer Beute. Manche haschen lieber nach einem Vogel und manche lauern lieber der Maus vor dem Mauseloch auf. Andere wieder spezialisieren sich etwa darauf Fische, Schlangen, Kaulquappen aus einem Teich zu angeln. Die meisten Samptpfoten bevorzugen allerdings Nagetiere als Beute. Dennoch gilt es für das interaktive Spiel zuerst die jeweilige Vorliebe zu erkennen. In jedem Fall ist es wichtig, das interaktive Spiel nur mit einer Katze zu spielen. Wir beginnen mit der aktiveren Katze. Sie kann so ihre Energien kanalisieren und aufgestaute Energien abbauen. Der schüchternen Katze gibt das Spiel mehr Selbstvertrauen und die Bindung zum Menschen wird zudem gefestigt. Es ist auch eine Art Psychohygiene für das Raubtier Katze. Katzen sind Einzeljäger und im Beisein eines Artgenossen verweigern sie das Spiel häufig. Sie wollen grundsätzlich nicht beobachtet oder angestarrt werden und unterbrechen dann ihre jeweilige Handlung.

    Sehr beliebt sind Spielangeln oder auch nur ein simples "Mausfangspiel", bei dem wir die ruckartigen, unberechenbaren Bewegungen des Beutetieres mit einer an einer Schnur befestigten kleinen Fellmaus nachahmen. Beim Beutefang folgt alles bestimmten Regeln wie dem Anschleichen, Auflauern, dem Sprung und dem schlussendlichen Zupacken mit Tötungsbiß. Dennoch lieben es Katzen Strategien zu entwickeln. Katzen sind Lauerjäger (auch Ansitzjäger) und sehr ausdauernd auf diesem Gebiet. Bestimmte Auslösereize haben Signalwirkung und schon zucken die Ohren, die Schnurrhaare und der Schwanz... Wie eine echte Beute, so muss sich auch unsere Attrappe immer von der Katze wegbewegen, sonst bleibt sie uninteressant. Denn, welches Beutetier läuft schon seinem Angreifer entgegen? Wie gesagt, wir verleihen der Beuteattrappe LEBEN! Daher wedeln und rucken und zucken wir mit der Attrappe. Da sich Beutetiere auch verstecken, lassen wir auch mal die Attrappe hinter einem Schrank, unter dem Teppich oder hinter einem Mauervorsprung verschwinden um sie dann wieder kurz zum Vorschein kommen zu lassen, ehe sie wieder vor der Katze verschwindet oder weiter huscht. Ebenso muss die Katze die Möglichkeit haben sich zu verstecken, denn auf offener Fläche jagt sie nicht gerne. Dennoch sind Katzen auf offenem Felde oft vor einem Mäuseloch zu beobachten. Lieber lauern sie aber geschützt auf, um nicht selbst Beute zu werden und um natürlich weniger leicht entdeckt zu werden. Katzen haben ein  unglaublich feines Gehör und nehmen jedes Trippeln oder Knistern wahr und auch dies könnnen wir nachahmen. Bei dem Spiel können die verschiedenen Bereiche unterschiedlich aneinander gereiht werden. So muss etwa das Anschleichen nicht durchgehend gezeigt werden. Außerdem entwickeln Katzen gerne Strategien bei der Jagd und dies dürfen wir ihr gönnen.

    Generell sind folgende Bewegungselemente zu beobachten:

    1. Anstarren der Beute (oder des Spielzeugs) oder davor noch Auflauern vor dem Mauseloch

    2. Beschleichen und Jagen oder Losspringen, wenn sich die Maus aus dem Mausloch bewegt

    3. Zupacken, Anspringen und Zubeißen

    4. Tötungsbiss (kann atrophiert sein oder auch aus anderen Gründen nicht mehr gezeigt werden, bei Attrappenspielen die Attrappe mit Futter austauschen)

     

    bub katerVorweg rate ich bei zwanghaftem Verhalten zuerst zu einer umfangreichen tierärztlichen Untersuchung, da die Ursachen mannigfaltig sein können. Siehe auch "Psychogene Alopezie" im Text.

    Wie bei uns Menschen so finden sich auch bei unseren Katzen Verhaltensweisen, die wir als zwanghaft bezeichnen dürfen. Eine häufige Ursache ist Überbelastung, etwa wenn die Katze zwischen zwei einander widerstrebenden Handlungsalternativen hin- und hergerissen ist. Ein Beispiel wäre die Katze, die einem Artgenossen einerseits entschlossen entgegen treten will aber andererseits aus Angst lieber fliehen möchte. Oder unser Stubentiger, der unsere Nähe sucht und sich zugleich nicht traut, weil wir bei Ihrem letzten Kommen wütend reagierten (aus welchen Gründen auch immer). Man findet derartiges Verhalten auch bei unseren Hunden. Sehr schön zu beobachten, wenn Hund etwa beim Zurückkommen nach dem zigsten Rückruf sinnlosest bestraft wurde. Wenn wir den Hund dann erneut rufen, will er einerseits kommen, hat aber andererseits Angst vor einer möglichen Bestrafung. Er weiß nicht, ob sie wütend sind wie das letzte Mal. Als Art Kurzschlussreaktion beginnt er sich dann womöglich im Kreise zu drehen. Man nennt dies einen „kognitiven Konflikt“.

    Solch „kognitive Konflikte“ können ebenso die Ursache für so genanntes „Wollenuckeln“ und „Wollefressen“ (Picasyndrom) sein (verschiedene Gewebearten - von Baumwolle bis zu Papier - werden gewählt). Zu früh oder zu rasch entwöhnte Kätzchen ebenso wie unterernährte Kätzchen entwickeln gerne ein „Wollnuckel-Zwangsverhalten“. Manche Kätzchen benuckeln sich selbst, andere Katzen oder ihren Menschen. Kleine Kätzchen versuchen sich oft bis ungefähr zu einem halben Jahr auf diese Art Trost zu verschaffen und unter „normalen“ Umständen hört dann dieses Verhalten auf. Daraus kann sich ebenso ein länger währendes zwanghaftes Verhalten entwickeln.

    Weitere Ursachen für zwanghaftes Verhalten können Langeweile, Frustration, Stress, Angst, Trennungsangst.... sein, insbesondere wenn diese über einen längeren Zeitraum fortbestehen. Katzen können aus unterschiedlichen Gründen frustriert sein wie aus Langeweile oder weil sie zu viel alleine sind und vielleicht auch noch unter Trennungsstress leiden. Oder möglicherweise streift ein fremder Kater am Fenster vorbei durch IHR Revier und sie kann gerade nicht hinaus! Ein hungrige Katze kann ebenso sehr frustiert werden, insbesondere wenn keine Möglichkeit besteht zu Futter zu gelangen. Katzen besitzen als Einzeljäger kleiner Beute nur einen kleinen Magen und essen daher mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Darauf sollte bei Wohnungshaltung Rücksicht genommen werden. Activity feeding ist bei Wohnungshaltung zudem empfehlenswert, immerhin steckt in jedem Stubentiger ein Raubtier. Sie sehen, Frustrationsgefühle sind auch in der Tierwelt weit verbreitet.

    Im Zoo kann man zwanghaftes Verhalten sehr gut beobachten, etwa wenn Raubkatzen oder Wölfe hinter Gittern oder am Zaun entlang auf und ab laufen. Das Koppen bei Pferden zählt ebenso zu zwanghaftem Verhalten wie das Hin- und Herschaukeln der Giraffen. Nicht zu vergessen auch Schweine, die die Gitterstäbe ihrer Verschläge benagen.

    Auch die sogenannte „psychogene Alopezie“ fällt unter Zwangsstörungen. Damit wird die übertriebene Fellpflege, das Ausrupfen und sogar das Fressen des eigenen Felles bezeichnet. Hierbei handelt es sich um ein kompensatorisches Putzverhalten, dass unserem Stubentiger hilft sich in für sie belastenden Situationen besser zu fühlen.

     

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    Ja, Hunde können bellen! Ich persönlich gehe mit Hundegebell relativ tolerant um. Denn, es ist eben ein Hund und im Zuge seiner Domestikation sowie Anpassung an uns viel und gerne plappernde Spezies lernten auch Hunde eine vermehrte Lautgebung als Kommunikationsmittel einzusetzen. Hunde lernen: habe ich mit dem Verhalten Erfolg oder eben keinen Erfolg. Zum Erfolg führendes Verhalten wird natürlich wieder eingesetzt. Ist das Verhalten sicher oder gefährlich in dieser oder jener Situation? Ist es sicher, wird es wieder angewandt. Und manchmal ist Bellen einfach nur Ausdruck einer Gefühlslage. Teilweise haben uns unsere vierbeinigen Freunde sehr gut mit ihrem Gejaule, Gewimmer, Gebelle erzogen. Ich nehme micht nicht davon aus. Mein jetziger Hund ist eine wahre Plaudertasche. Er hat immer etwas zu sagen und er weiß, dass ich zuhöre. Aber, während wir Menschen rascher auf verbale Signale reagieren, lernen Hunde grundsätzlich leichter Sichtzeichen. Das ist für Ausbildung, Erziehung, Training wichtig zu wissen.

    Wie dem auch sei, Bellen ist nicht gleich Bellen. Es gibt bellfreudigere Rassen / Hunde und weniger bellfreudige Exemplare. Hier spielen etwa Veranlagung, Erziehung, Erregungsniveau oder Stresslevel mit hinein. Die Bestätigung durch uns Menschen für das Bellen ist ein zusätzlich nicht zu unterschätzender Faktor. Wenn etwa der Hund am Zaun bellt und wir „schimpfen eifrig mit“, dann ist das für den Hund wie, als würden wir mitmachen, quasi mitbellen und so spornen wir ihn nur noch mehr an.

    Für manche Hunde bedeutet sogar angeschrien zu werden endlich Zuwendung und Aufmerksamkeit zu erhalten. Daher ist oft simples Ignorieren des Bellens in Kombination mit dem bekräftigen des erwünschten ruhigen Verhaltens ein probates Mittel. Aber Hunde haben viel Ausdauer, wenn sie mit ihrem Verhalten schon mal erfolgreich waren. Sie wollen etwa den Hund aus dem Schlafzimmer verbannen? Um sein Gejammer, Gekratze und Gejaule an der geschlossenen Türe auszulöschen müssen sie einen langen Atem haben. Sie müssen mehr Ausdauer als ihr Hund an den Tag legen. Öffnen sie zwischendurch die Türe um „Ruhe“/“Aus“ zu sagen oder lassen ihn gar ein, wird er noch mehr Ausdauer entwickeln das nächste Mal. Es ist wie mit dem Einarmigen Banditen in einer Spielhalle: irgendwann hat man ja doch wieder Erfolg. Beim Auslöschen eines Verhaltens kommt es noch dazu zuerst zu einer Verschlechterung ehe eine dauerhafte Besserung und Auslöschung des unerwünschten Verhaltens eintritt. Verhält sich unser Hund ruhig hinter der verschlossenen Türe, kann man diese öffnen und den Vierbeiner loben. Natürlich muss dem Hund parallel ein sehr attraktiver Schlaf- und Ruheplatz angeboten werden. Hinzu etwas zum Kauen (kauen beruhigt) oder einen gefüllten Kong oder ein ähnliches mit Futter gefülltes Spielzeug. Allerdings wird das nicht immer angenommen. Angst und Panik soll der Hund nicht haben. Ich unterscheide deutlich zwischen einem Hund mit wirklicher Trennungsangst und mit einem Hund der gerade einen Kontrollverlust erleidet. Sie sehen, in der Arbeit am Verhalten eines Tieres sind viele Parameter zu berücksichtigen. Die 0815-Lösung gibt es nicht. Man darf kreativ sein.

    Warum bellt nun mein Hund?

    • Bellen bedingt durch ein erhöhtes Erregungsniveau (Erregungsbellen) allgemein

      wie Bellen als Ausdruck grosser Freude oder Erwartungsbellen

    • aufmerksamkeitsforderndes Bellen

    • Bellen aus Frustration

    • Bellen aus Angst

    • Bellen zur Verteidigung

    • Bellen zur Warnung

    • Bellen aus Verzweiflung

    Hinzu kommt zur genaueren Unterscheidung natürlich noch ein jeweils bestimmtes Klangbild des Bellens. Jeder Hundehalter weiß ob der Unterschiede des jeweiligen WAU WAU seines Hundes.

    Dann, wie bewegt sich der Hund während des Bellens? Der aus Freude bellende Hund springt und hüpft und läuft häufig aufgeregt umher. Wichtig zu wissen ist, wir können dem Hund durchaus helfen sich zu beruhigen. Es gibt aber freilich individuelle Unterschiede. Der eine läßt sich schon durch ein ruhiges „sitz“ beruhigen während der andere sich mal kurz ausbellen muss und wir ihm dann helfen von seinem Erregungslevel runter zu kommen. Manche Hunde sind schlicht nicht erzogen und müssen eine bessere Selbstkontrolle lernen.

    Es gibt sehr gestresste Hunde mit denen man schon über einen längeren Zeitraum mit viel Ruhe und Geduld und Gelassenheit üben muss. Dazu sind Entspannungsübungen förderlich sowie ein Abbruchsignal zur Orientierung. Nie zu vergessen ist, das erwünschte ruhige Verhalten zu belohnen! Oft konzentrieren wir uns zu wenig auf das erwünschte ruhige Verhalten, es "geht einfach unter". Stress ist bei unseren Hunden zu einem häufigen Problem geworden und mit lauten barschen Befehlen, Herumgeschreie, hunderte Siganlwiederholungen helfen wir weder dem Hund noch uns. Ein gestresster Hund kann sich durch die Ausschüttung von Stresshormonen nicht von jetzt auf jetzt konzentrieren und entspannen. Er braucht Zeit und unsere ruhige Hilfe. Als Freundin der Nasenarbeit möchte ich auch diese hier nicht unerwähnt lassen als Beschäftigungsstrategie wie als Mittel der Wahl zur Beruhigung für aufgeregte Naturen.

    Beim Belohnen ist immer wieder darauf zu achten, WAS ich eigentlich belohne. Wie bereits erwähnt wird mein ewiges Geschimpfe von meinem Hund häufig als Aufmerksamkeit wahrgenommen und somit wird er weiter machen wie bisher.  Beim Aufmerksamkeitsbellen ist ignorieren ein probates Mittel. Wenn er dann still ist wird er belohnt. Vorsicht auch mit Ablenkungsstrategien. Damit kann es dann in Folge zu einem erlernten Verhalten kommen.

    Das Freudengebell kennen wir hoffentlich alle! Es zeigt sich in rasch aufeinanderfolgenenden Belllauten in hoher Tonlage. Zudem scheint der ganze Hundekörper in Bewegung zu sein.

    Im Gegensatz dazu ist das Warnbellen etwa häufig ein kürzerer tiefer und oft einziger Beller. Auf diesen dürfen wir Menschen ruhig reagieren und dem Hund zeigen, dass wir die Situation im Griff haben als Verantwortungsträger im Hunde-Mensch-Gespann und alles ok ist. Generell löst Warnbellen Fluchtverhalten aus.

    ANGSTbellen zeigt unterschiedliche Ausprägungen. Etwa die Angst vor einem unbekannten Objekt. Hier können wir dem Hund simpel helfen sich das seltsame Ding mit uns näher zu betrachten. Sie beobachten uns sehr genau und durch unsere vertrauensvolle Beziehung wird der Hund sich getrauen das Ding zu beschnuppern, sich ihm anzunähern. Grundstock ist immer die vertrauensvolle Bindung und Beziehung zwischen Mensch und Hund. Bei Angst und Stress ist das Bewegungsmuster des Hundes eher auf der aktiven Seite. Bei Angst ist generell ein vorsichtiges Vorgehen im Training angezeigt. Rasch kann Angstbellen in Selbstverteidigung umschlagen. Hier ist oft Fingerspitzengefühl gefragt und ein Schritt für Schritt vorgehen angezeigt. Erst wenn ein Schritt wirklich sitzt, darf man zum nächsten übergehen. Angst darf sich nicht in Panik hochschaukeln. Wir können viel tun um dem Hund zu helfen, aus seiner Angst heraus zu kommen.

    Hunde lernen sehr viel über Assoziationen und Verknüpfungen. DAS zu wissen hilft uns im Umgang mit unseren Vierbeinern und können wir uns sinnvoll zunutze machen. Hunde hören sehr gut und lesen unsere Körpersprache, unser Ausdrucksverhalten permanent! Wir brauchen nie zu schreien oder alles hunderte Male zu wiederholen.

    Traumatisierte Tiere liegen mir besonders am Herzen. Wir wissen heute, dass auch Tiere unter posttraumatischen Stress inklusive flashbacks leiden können. Tiere sind keine Maschinen, sie sind fühlende Geschöpfe, die unser Verstehen und unser Einfühlungsvermögen verdienen.

    Ganz schlimm ist auch ein Bellen aus Verzweiflung. Es ist einem Hund anzuhören, was er sagt, was hinter dem Bellen steckt. So wie einem Kleinkind, wenn es weint oder schreit.

    Insbesondere traumatische Erfahrungen im Welpenalter hinterlassen ihre Spuren. Zudem werden Stresshormone von der Mutter auf die Welpen im Mutterleib übertragen. Viele Faktoren spielen mit hinein, mit welchen Ängsten unser Hund später zu kämpfen hat. Ein bei einem Züchter isoliert aufgewachsener Welpe wird plötzlich in die Stadt verfrachtet 10000 Tode auf der Straße ausstehen. Die genetische Veranlagung ist auch nicht zu unterschätzen. So oder so kann man mit viel Liebe und Geduld sehr viel erreichen und einem harmonischen Zusammenleben steht nichts im Wege.

     

    Dies war nur ein kurzer Abriss. Wie ich so gerne sage: Kinder schreien und Hunde bellen! Meiner Meinung nach dürfen Hunde bellen. Wir dürfen aber auch einen gewissen Rahmen abstecken und müssen uns nicht terrorisieren lassen. Ein gut erzogener Hund ist auch ein Hund, der viel mehr Freiheiten genießt und den wir überall mit hinnehmen können. Mit dem wir gerne gesehen werden. Ich empfinde es etwa als sehr angenehm, dass mein Hund ein ruhiges Sitz einnimmt, wenn ich einen Bekannten auf der Straße treffe und mit ihm ins Plaudern komme. Umgekehrt bin ich tolerant, dass mein Hund einen Tag lang aufgeregt kläfft, wenn er nach Wochen oder gar Monaten erstmalig wieder im Hause meiner Eltern ist und dort auch noch vier Kinder durch die Gegend wuseln, nebst Katzen und Gästen. Da ist einerseits die Freude groß, aber auch der Stresslevel erhöht. Nach und nach helfe ich ihm dann wieder runter zu kommen und sich zu beruhigen. Zwischenzeitliche ruhige Spaziergänge mit vielleicht ein wenig Nasenarbeitspiel helfen zusätzlich. Ein Rückzugsgebiet zu schaffen ist auch wichtig. Dieses ist für die Kinder absolut tabu. Insbesondere wenn Hunde älter werden ist das sehr wichtig.

     

    Es gibt verschiedene sinnvolle Möglichkeiten mit Tieren zu arbeiten, zu leben, mit Ihnen umzugehen. Die Praktiken und Methoden und Erklärungen von Cesar Millan zählen meiner Ansicht nach eindeutig nicht dazu.

    Hier nun die Übersetzung eines Artikels von Lisa Mullinax.

    http://www.mersinkommer.de/privat/millan/4paws.html

     dsc3367Warum beschließt ein Mensch sein Leben mit einem Tier zu teilen? Die Gründe sind ebenso vielfältig, wie jede Tier-Mensch-Beziehung ihre individuelle Note hat.

    Im Umgang mit Tieren ist es wichtig seine Empathie zu schulen und die tierischen Bedürfnisse zu respektieren.

    Dies bedeutet Achtung und Respekt vor dem Tier als Tier zu haben. Obgleich ich Wissenschaft als ein wichtiges spannendes interessantes Feld betrachte, so bin ich eindeutig keine Wissenschaftlerin. Meine Achtung und mein Respekt vor dem Lebewesen Tier sind stärker als jedes wissenschaftliche Denken. Dann weiß ich halt nicht alles.

    Wie wir Menschen haben Tiere ihre arteigenen Kommunikationsformen, wobei sich Hund und Katze sehr eindeutig bereits an den Menschen angepasst haben. Katzen unter sich etwa brauchen sich nicht über Miauen zu verständigen (inklusive Ausnahmen wie Katerkämpfe oder etwa in Zeiten der Rolligkeit). Die tierischen Sinne sind viel feiner und ich bin immer wieder überrascht, was sie nicht alles wahrzunehmen fähig sind. Sie übertreffen uns Menschen in vielem.

    Ich wünsche jedem Kind die Chance und Möglichkeit mit einem Tier aufwachsen zu können. Sie sind wahre Lehrmeister auf vielen Gebieten und tun der Seele einfach gut. Man muss sich aber auch immer der Verantwortung ihnen gegenüber bewusst sein!

     

    Hier nur ein paar positive Aspekte vom Zusammenleben mit einem Tier:

    • Streichelndrei Mal täglich Fell streicheln und es geht Ihnen besser! Vielleicht noch das Schnurren einer Katze dazu und sie sind vollends entspannt.

    • Einsamkeitsbewältigung: Sie kommen nach Hause und werden freudigst begrüßt ohne irgendwelche Vorwürfe, selbst wenn sie sich um vieles verspätet haben. Tiere sind uns ausgeliefert und akzeptieren manchmal zu viel. Einen Hund oder auch eine Katze den ganzen Tag alleine zu Hause eingesperrt zu lassen, ist schlicht Tierquälerei.

    • Förderung von Sozialkontakten: Mit einem Hund in der Hundezone oder beim Gang um den Häuserblock hat man immer gleich ein gemeinsames Gesprächsthema.

    • Aktivität schafft speziell ein Hund allemal. Auch die Abwechslung durch längere Spaziergänge durch Wald und Flur tun Körper, Geist und Seele gut! Aber auch mit einem Stubentiger kann man in einen Aktivitätsrausch geraten. Das Raubtier Katze braucht nämlich Beschäftigung – geistige wie körperliche.

    • Durch die regelmäßigen Fütterungen und auch regelmäßigen Gassirunden erhält der Tag einen routinierten Ablauf.

    RatteRatten verursachen bei vielen Menschen ein Gefühl des Unbehagens bis hin zu einem gewissen Grausen. Viele assoziieren mit ihnen in erster Linie die Übertragung gefährlicher Krankheitskeime wie jener der Pest. Heute lernt man freilich bereits in der Schule, dass nicht die Ratte der Träger der Pest-Erreger gewesen war. Die Pest wurde vom Rattenfloh übertragen und die Ratten erkrankten und starben an der Pest ebenso wie die Menschen. Gewöhnungsbedürftig ist der lange nackte Schwanz der Ratte. Der umgangssprachliche „Rattenschwanz“ kommt nicht von ungefähr.

    Dann gibt’s die nicht zu unterschätzende Zahl wahrer Rattenfreunde! Der wohl bekannteste und prominenteste Rattenfreund in Deutschland ist Günter Grass. „Die Blechtrommel“ ist nur einer seiner bekanntesten Romane. 2012 wurde Grass von der dänischen Europäischen Bewegung (Europabevægelsen) mit dem Ehrentitel „Europäer des Jahres 2012“ ausgezeichnet.

    Die Ratte – ein Kulturfolger! Faszinierend, wie sie es schaffte im Gefolge des Menschen die Welt zu erobern. Weltweit lassen sich über 60 Ratten unterscheiden, von denen nur einige zumindest zeitweilig in der Umgebung des Menschen leben. Dazu zählen die Wanderratte, die Hausratte, die Pazifische Ratte, die kletteruntaugliche Reisfeldratte, die Himalajaratte sowie Rattus pyctoris.

    Aller Wahrscheinlichkeit nach schaffte es die Hauratte als sogenannte Schiffratte, seit der Antike ihr Verbreitungsgebiet auszudehnen. Die Wanderratte hat vermutlich erst im 18. Jahrhundert Mitteleuropa erreicht und verdrängte im 20.Jahrhundert weitgehend die Hausratte.

    Wanderratten werden in Tierversuchen als Laborratten häufig eingesetzt. Durch spezielle Zuchtwahl wurde die Farbratte aus der Wanderratte gezüchtet. Traurig, denn Ratten sind nicht nur hoch soziale sondern auch höchst intelligente Tiere. Auch die Verhaltensforschung, mit ihren zu allen Zeiten beliebten Labyrinthversuchsmethoden, war von Tierquälerei nicht ausgeschlossen.

    Die Inder wussten es besser und lebten mit Ratten in einer besonders engen Kommensalität (Ernährungsgemeinschaft). Daher ist eine Annahme, dass die Heimat der Hausratte in Indien liegt. In der hinduistischen Mythologie gilt die Ratte als Reittier des Gottes Ganesha. Freilich ist dies symbolisch zu verstehen. Ganesha ist der Gott mit dem Elefantenkopf, der Sohn Shivas und seiner Gemahlin Devi und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit.

    Welch Überlebenskünstler müssen Ratten sein, werden sie doch seit Jahrhunderten verfolgt, gejagt, vergiftet, erschlagen, ausgeräuchert. Kein anderes Säugetier hätte eine Überlebenschance. Die Ratte aber, sie passt sich immer wieder an, findet neue Schlupflöcher, trickst uns Menschen vielleicht sogar aus. Und, sie bindet sich sogar an uns Menschen und geht eine echte Freundschaft mit uns ein.

    natur kuno 2013 003 „Immer der Nase nach...“ - und dazu muss nicht erst eine Fährte für meinen 10jährigen Rüden gelegt sein. Bei unserer ersten Gassirunde in den frühen Morgenstunden, wenn noch alles schläft, taucht „Kuno“ ganz und gar in seine Geruchswelten ab. Meist ist es noch dunkel oder zumindest dämmrig . „Kuno“ folgt einzig seiner Nase und meinen Signalen, wenn er sich gar zu sehr in seinen Welten verliert, zu denen ich keinen Zugang habe.

    Gar nicht so viel anders kommt seine feinsinnige Nase bei unserer spielerischen Fährtenarbeit zum Einsatz. Ruhig sitzt und wartet er, bis ich vom Fährtelegen zurückkehre . Das Signal „Such“ wird gespannt erwartet, die Nase läuft auf Hochtouren um das ausgelegte Bringsel zu suchen, zu finden und zu bringen. So viel Freude macht sich in ihm breit, das muss man erlebt haben. Bei mir muss das Bringsel nicht angezeigt werden, er darf es mir einfach bringen.

    Wir können Nasenarbeit in unterschiedlichster Form anbieten, hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Man benennt etwa ein kleines Objekt und kann dieses dann in der Wohnung, im Garten... verstecken und suchen lassen. Natürlich muss dies step by step trainiert werden. Wir müssen dem Hund schon zeigen, was wir von ihm wollen. Dann macht es aber groß und klein umso mehr Spaß.

    Es gibt sehr wohl Unterschiede im individuellen Geruchsvermögen und diese sind nicht allein Rasse bedingt. Selbstredend sind sehr kurznasige Hunde schon anatomisch ihren langnasigen Verwandten unterlegen. In einem Stupsnäschen ist einfach weniger Platz für ein ausgedehntes Riechepithel. Brachyzephale (= kurzköpfige) Hunderassen leiden zudem an einer behinderten Atmung wodurch natürlich weniger Duftreize an ihre Geruchssensoren gelangen.

    Aber nicht nur die Kopf- und die Schnauzenform sind ausschlaggebend für die Ausdehnung des Riechepithels. Auch die Körpergröße des Hundes ist ein wichtiger Faktor. Ein Deutscher Schäferhund hat etwa eine Riechfeldfläche von 150 cm² und ein Dachshund von etwa 75 cm². Es liegt nahe, dass je größer die Riechfeldfläche ist, umso mehr sensorische Zellen Platz finden. ABER: die Mehrbestückung verläuft nicht proportional, wie Sie sich vielleicht bereits denken konnten. Größere Hunde haben zwar ein größeres Riechfeld, ABER im Verhältnis dazu weniger Riechzellen! Dennoch, die reine Riechzellenanzahl verbessert zwar die Riechschärfe (nicht proportional) ist aber nicht alleine dafür verantwortlich, wie gut und sicher ein Hund einer Fährte folgt. Denn, das hängt zusätzlich von der Motivation (!), den individuellen Veranlagungen und natürlich den rassespezifischen Eigenschaften wie Verhaltensweisen ab.

    Eine weiterer wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Anzahl der Gene, die für die Ausstattung der Riechzilien mit ihren vielfältigsten Rezeptoren verantwortlich ist. Die Anzahl ist bei allen Hunde gleich, nämlich rund 1.000. Rein theoretisch ist also das genetische Potential eine sehr feine Nase zu entwickeln, bei allen Hunden gleichermaßen vorhanden. Allerdings wird dieses Potential unterschiedlich genutzt. Wie und ob es genutzt wird, wird nicht zuletzt von der Zuchtauswahl mitbestimmt.

    Bemerkung am Rande: weder die Gelbfärbung des Riechfeldes am Nasengrund noch die Intensität der Färbung des Nasenschwamms haben Einfluss auf das Geruchsvermögen ihres Hundes.

    Für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Geruchsorganes (= Riechschärfe) ist die Riechschwelle ausschlaggebend. Hierbei wird zwischen Wahrnehmungs- und Erkennungsschwelle unterscheiden.

    Die Geruchswahrnehmung findet bei unseren Hunden auch über das sogenannte Mund-Riechorgan am Gaumen = Vomeronasal Organ (VNO) oder Jacobson's Organ statt. Viele Menschen ekeln sich, wenn ihr Rüde etwa den frischen Urin einer Hündin aufleckt. Nun, so befördert er wichtige Information an das VNO. Er ist eben ein Hund und wir können nur erahnen, wie unsere Hunde ihre Umwelt mit dieser Sinnesfeinheit wahrnehmen.

    Auch die Hundenase braucht Abwechslung, weil sich die Riechsinneszellen sehr rasch adaptieren. Bei immer gleichartigen Duftmolekülen reagieren die Sensoren im Laufe der Zeit immer weniger darauf. Diese Gerüche werden mit der Zeit uninteressant und sogar vom Riechhirn mit der Zeit ausgeblendet. Aber, müde Rezeptoren lassen sich sehr leicht wieder munter machen durch neue, andere Duftwolken. Der Hund selbst macht sich dies zunutze, indem er bei einer Fährte überwiegend im Zick-Zack-Kurs läuft. Das muss man ihm nicht erst lehren. Vielleicht ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass der Hund dabei die Luft nicht in einem einzigen langen Atemzug einsaugt, sondern dass Hunde stoßweise atmen. Diese Atmung ist sehr nützlich um die Sensoren ohne Unterbrechung auf Empfang zu halten.

     

    Da sich gezielte Fährtenarbeit immer größerer Beliebtheit erfreut , noch ein paar Worte hierzu.

    Fährtenarbeit darf nie übertrieben werden, weil diese dem Hund rasch wahre Höchstleistungen abverlangt, nicht zuletzt durch die gehemmte Atmung. Daher muss der Hund wirklich topfit sein und über eine gute Kondition verfügen. Bei normaler Atmung beträgt die Geschwindigkeit des Luftstromes in den Nasenwegen etwa 3-4 km/h. Beim Schnüffeln hingegen erhöht sich die Geschwindigkeit um etwa das Zehnfache! Die sogenannte gehemmte Atmung bei der Fährtenarbeit ist durchaus belastend für unsere Hunde. So erhöht sich die Körpertemperatur bei einer längeren (!) Fährte um 1-2 Grad Celsius und der Laktatgehalt des Blutes steigt wie bei einem rasanten Sprint an. Ebenso wird der Herzschlag erhöht und daher brauchen Hunde bei Fährtenarbeit regelmäßgie Pausen. Erst nach etwa 1,5 Stunden werden wieder Normalwerte erreicht. Unmittelbar nach der Fährtenarbeit sollte man mit seinem Hund nur kurz ein wenig spielen, ausruhen lassen und ihn keinesfalls anstrengen. Je gesünder, vitaler und fiter der Hund ist, desto besser kommt er mit den Belastungen klar.

    Ich persönlich biete meinen Hunden Nasen- und Fährtenarbeit in spielerischer Form an. Bei mir zählen keine Höchstleistungen, sondern der Spaß an der Sache für Mensch und Tier. Ich traf noch keinen Hund, dem Nasenarbeit spielerisch keine Freude gemacht hätte. Ausgeprägten Sichtjägern muss man ein wenig auf die Sprünge helfen ihr Nasentalent zu entdecken. Gerade aber ihnen tut dieses Training wirklich gut und hilft, ihre Sichtjagdleidenschaft umzulenken. Für mich heißt es immer wieder, brachliegende Begabungen wach zu rufen und zu fördern. Das Hetzen können viele Hunde bereits, das müssen sie nicht mehr lernen oder gar trainieren. Das konzentrierte Arbeiten mit der Nase bleibt zu oft ein unberührtes Feld und das empfinde ich als sehr schade. Nasenarbeit entspannt zudem und macht den Hund müde. Wie gesagt, darf man es nicht übertreiben und muss aufhören, bevor der Hund die Freude verliert oder gar total erschöpft ist. Immer in kleinen Dosen. Schmeißen Sie ihren Ehrgeiz über Bord, unsere Hunde haben kein Leistungsdenken wie wir Menschen. Stülpen wir ihnen also unser Leistungsstreben auch nicht über.

    Eine weiterführende Form der Fährtenarbeit ist das Man-Trailing (= Personensuche). Es gibt Hundevereine und Hundeschulen, die dies anbieten. Eine spannende Sache, kann ich nur sagen.

     

    Buchtipps:

    "Die Sinne des Hundes – Wie Hunde ihre Umwelt wahrnehme" von Brigitte Rauth-Widmann

    erschienen im CADMOS Verlag

     

    "Spurensuche – Nasenarbeit Schritt für Schritt" von Anne Lill Kvam

    erschienen im Animal Learn Verlag

    cat on the treeFast jeder Katzenhalter hat schon die Krallen oder sogar die Zähne seiner geliebten Samtpfote zu spüren bekommen. Zumindest in ihren jugendlichen Sturm- und Drangphasen. Katzen sind und bleiben Raubtiere mit messerscharfen Krallen und um nichts weniger gefährlich werden könnenden Zähnen. Von Katzen zugefügte Verletzungen müssen unbedingt ärztlich versorgt werden, da es rasch zu bösen Infektionen kommen kann.

    Der Situation angemessen aggressives Verhalten ist normal und zählt daher zum physiologischen Verhaltensrepertoire der Katze. Wenn wir Menschen, insbesondere bei reiner Wohnungshaltung der Katze, nicht auf die spezifischen Bedürfnisses unseres Wohnungstigers Rücksicht nehmen, kann es leicht zu Verhaltensauffälligkeiten oder Verhaltensstörungen kommen. Hier ist die Wohnraumgestaltung ebenso gefragt wie Beschäftigungsmöglichkeiten (der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt), ganz im Sinne der Ökoethologie der Katze.

    Die Ursachen für unangemessen aggressives Verhalten sind vielfältig und bedürfen immer der genauen Prüfung durch die Fachfrau oder den Fachmann! 

    Grundsätzlich können wir zwischen defensiv und offensiv aggressivem Verhalten unterscheiden. Daneben lässt sich aber auch häufig eine ambivalente Haltung der Katze beobachten (Körperhaltung und Ausdrucksverhalten beobachten, beschreiben, Vorsicht vor Interpretationen).

    Beispiele für defensiv wären eine geduckte Körperhaltung, ein eingezogener Schwanz wie ebenso eingezogener Hals, die Pupillen sind weit (Lichteinfall berücksichtigen), die Ohren seitlich am Kopf, es kann eine Pfote zur Abwehr erhoben sein oder die Katze kann sich bereits in Seitenlage mir ihren vier abwehrenden Pfoten befinden.

    Beispiele für offensiv wäre eine aufrechte Körperhaltung, die Katze ist hinten höher als vorne und der Rücken ist mehr oder weniger gerade, die Ohren sind bei offensiver Haltung schräg nach hinten angelegt und die Pupillen sind eng oder weit. Interessant ist auch hier die Schwanzhaltung! Der Schwanz ist gebogen und mit der Spitze weist er Richtung Boden. Man kann sich dies wie ein verkehrtes U vorstellen. Die Hinterbeine sind durchgestreckt und typisch ist zudem der steife Gang.

    Beispiel für eine ambivalente Haltung ist der für die Katze so typische Katzenbuckel mit gesträubtem Fell. Auch hier wird der Schwanz wie ein verkehrtes U gehalten. Sie zeigt sich in Breitseite, in Imponierhaltung. Aus dieser Imponierhaltung heraus kann dann die Katze, je nach Situation, in einen Angriff oder in Flucht übergehen.

    Wichtig ist hier wie bei jedem Verhalten, den Kontext zu beschreiben wie etwa WO, WANN, mit WEM oder bei welchen Aktivitäten oder Interaktionen tritt das aggressive Verhalten auf?

    Zu aggressivem Verhalten zählen bei der Katze auch die sogenannten „Sitzblockaden“ oder das „Anstarren“. Wie gesagt, Katzen kommunzieren sehr subtil und vieles bleibt dem menschlichen Augen verborgen. Insbesondere, wenn dieser den ganzen Tag abwesend ist.

     

    Hier gebe ich einen Artikel wieder, der mir aus der Seele spricht. Er stammt NICHT aus meiner Feder, sondern aus jener von  Frau Verena Daum-Kuzmanovic von den Vorarlber Nachrichten: http://www.vorarlbergernachrichten.at/lokal/vorarlberg/2013/03/17/grausamste-trainingsmethoden.vn

    Quelle: Vorarlberger Nachrichten, 18.3.2013, VN-Interview:

    Tierarzt und -schützer Erik Schmid (56) und Verhaltensbiologin Ursula Aigner (32):

      "Grausamste Trainingsmethoden" - von Verena Daum-Kuzmanovic dsc3396

     

    Tierschützer gehen gegen den bekannten TV-„Hundeflüsterer“ Cesar Millan vor.

    Schwarzach. Als Fachtierarzt, Tierschützer und Mitglied der Prüfungskommission für tierschutzqualifizierte Hundetrainer am Messerli-Institut fühlt sich Erik Schmid verpflichtet, einen klaren Warnhinweis zu den tierschutzwidrigen Methoden des Herrn Millan zu geben. „Ich erstatte bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde Anzeige, um diesen unhaltbaren Praktiken wenigstens auf dem Verwaltungsweg Einhalt zu gebieten.“

    Strangulation ist nicht nur fachlich daneben, sondern auch klar verboten. Erik Schmid, Tierarzt

    Der sogenannte TV-„Hundeflüsterer“ Cesar Millan wendet in seinen Shows laut der „American Veterinary Society of Animal Behavior“ tierquälende Methoden an, wodurch Hundehalter völlig fehlgeleitet werden.

    Aigner: Cesar Millan wirbt damit, durch sein Training „gefährliche“ Hunde wieder ruhig zu machen. In Wirklichkeit erreicht er das Gegenteil: Seine Methodik besteht aus Zwangs- und Strafmaßnahmen. Die Hunde werden durch dünne Halsbänder stranguliert und mit Tritten in die Nierengegend gefügig gemacht. Millan wendet auch – in Österreich verbotene – für die Hunde sehr schmerzhafte Stachel- und Elektroschockhalsbänder an. Seine Zischlaute vor der Bestrafung ängstigen die Tiere so stark, dass sie nichts mehr wagen. Das stellt Millan dann als Entspannung dar, in Wirklichkeit werden die Hunde in die sogenannte „erlernte Hilflosigkeit“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Erlernte_Hilflosigkeit) gedrängt und verfallen aus Angst vor Bestrafung in einen depressiv-lethargischen Zustand.

    Wissen über die Bedürfnisse der Hunde garantieren Tierschutz und Sicherheit. Ursula Aigner, Verhaltensbiologin

    Schmid: Abseits dieser Tierquälerei besteht aber die Gefahr, dass sich die Hunde irgendwann aus dieser Angst heraus zu wehren beginnen; sie sind tickende Zeitbomben: Gewalt erzeugt Gegen­gewalt, und die beginnt bereits beim Leinenruck. Es gibt zahllose Videos im Internet zu sehen, in denen Millan selbst gebissen wird. Böser Hund? Nein, in Wirklichkeit reine Selbstverteidigung. Das Problemverhalten verschlimmert sich.

     

    Millan deutet unter anderem das Aufgeben des Tieres beim Strangulieren kurz vor dem Ersticken als „Entspannung“.

     

    perdeentspannung

    Pferd und Mensch – Kameradschaft mit kulturhistorischem Charakter.

    Ein aktueller Anlass gibt Stoff für Diskussionen rund ums Thema Pferdefleisch. Viele von uns haben Hemmungen Pferdefleisch zu essen. Warum? Es läßt sich nur spekulieren. Pferde dienten dem Menschen geduldigst über Jahrhunderte hinweg, sei es auf der Jagd, im Kriege, bei der Feldarbeit - die Liste läßt sich fortsetzen. Die erste Beziehung zwischen Pferd und Mensch war jene zwischen Jäger und Gejagtem. Erst später wartete ein oft hartes Leben als Zug- und Lasttier. Das Reiten war ohnedies lange Zeit den Reichen vorbehalten, ausgenommen im Kriegseinsatz. Hier musste equus gleich mehrere Rollen erfüllen. Es war ebenso Fleischlieferant wie Zug- und Lasttier oder Reitpferd. Mit anderen Worten waren unser beider Leben über die Geschichte hinweg eng miteinander verwoben. Wir haben Pferden sehr viel zu verdanken. Geduldigst ertrugen sie viel Leid und wir konnten uns immer auf sie verlassen. Heute sind sie Freunde und Freizeitpartner von jung und alt. Insbesondere viele junde Mädchen lieben Pferde. Einmal mit dem Equus-Virus infiziert, fühlt man sich ihnen auf ewig nahe und immer wieder aufs Neue von ihrer Schönheit und Anmut faszinziert.

    Wer sich auf Equus einläßt, erfährt eine einzigartige Freundschaft. Wir tragen unserem Pferd gegenüber eine große Verantwortung, seine Bedürfnisse wahrzunehmen und darauf Rücksicht zu nehmen. Pferde sind als Herdentiere sehr gesellig und brauchen für ihr Wohlbefinden Artgenossen. Sie müssen sich frei bewegen können und dürfen nicht einzig als Sportgerät dienen. Das wäre Missbrauch an diesen wunderbaren Geschöpfen. Einen Artgenossen kann der Mensch niemals ersetzen, dessen sollten wir uns immer bewusst bleiben!

     

    Woher stammen Pferde?  Gibt es sie, die wirklichen Wildpferde?

    Die Stammform unseres heutigen Hauspferdes, das Wildpferd (Equus ferus) war während des Pleistozäns in Nordamerika, Asien und Europa verbreitet. Es kam in verschiedenen Unterarten vor und diente damals in der Späteiszeit als Jagdbeute. Von diesen ursprünglichen Wildpferden überlebte einzig das Przewalski Pferde (Equus ferus przewalskii). Alle anderen Unterarten wurden ausgerottet. Der in Mittel- und Osteuropa beheimatete Waldtarpan (Equus ferus silvaticus) etwa, schaffte es nicht mehr ganz ins 19. Jahrhundert und das Leben des letzten südrussische Steppentarpans (Equus ferus gmelini) endete etwas später im 19. Jahrhundert.

    Wirklich wild lebend kommt heute nur noch das Steppenzebra in größerer Zahl vor.

    Als Unpaarhufer tritt das Pferd nur mit der Spitze der Mittelzehe auf und ist damit als Lauftier besser an Steppengebiete angepasst. Die Entwicklung zeigt, dass dies nicht immer der Fall war: Der Vorfahre aller Pferde war das Hyracotherium (früher als Eohippus bezeichnet) und lebte im Eozän (vor rund 55 Millionen Jahren). Damals etwa begann die Entwicklung unseres heutigen Hauspferdes. Hyracotherium war an das Waldleben angepasst und entsprechend kleiner ( rund 35 bis 50 cm Schulterhöhe). Keineswegs hatte es große Ähnlichkeit mit unseren heutigen Pferde. Hyracotherirum war gekennzeichnet durch kürzere Beine, einen gewölbten Rücken, einen kurzen Hals, und einen langen Schwanz. Es hatte zwar schon kleine Hufe an jeder der 4 Vorderzehen und drei Hinterzehen, sie ähnelten aber noch mehr den "Pfoten" eines Hundes. Auch Schädel und Gehirn waren eher klein.

    Ein langsamer Ubergang vom Hyracotherium zum Orohippus erfolgte vor rund 50 Millionen Jahren. Zähne und Zehen passten sich an die, bedingt durch den Klimawandel, entstehenden Graslandschaften an. Vor rund 47 Millionen Jahren entstand aus Orohippus dann Epihippus.

    Langsam entwickelte sich aus dem Waldbewohner ein Steppenbewohner verursacht durch das Schrumpfen der Wälder. Die Pferde mussten sich den neuen Bedingungen anpassen, wurden unter anderem größer um sich in der freien Landschaft rascher fortbewegen zu können. Die Zähne wurden härter und widerstandsfähiger durch die Umstellung von vorwiegend Laub- auf Grasnahrung.

    Mesohippus tauchte etwa vor 40 Millionen Jahren auf und erreichte bereits eine Schulterhöhe von rund 60 cm. Die Beine waren deutlich länger, ebenso der Hals und der Gesichtsschädel. Sein Rücken war weniger gekrümmt. Vorne wie hinten verfügte er über drei Zehen, vorne allerdings noch eine rudimentäre 4. Zehe und lief imgrunde wie seine Vorgänger noch auf „Pfoten“.

    Miohippus entwickelte sich erst vor etwa 36 Millionen Jahren. Sein Schädel war noch länger und insgesmt war Miohippus größer als Mesohippus.

    Die Pferdefamilie spaltete sich vor etwa 24 Millionen Jahren in verschiedene Linien auf. Einige dieser Linien starben wieder aus und es setzten sich jene durch, die sich erfolgreich auf Grasnahrung und Steppenleben umstellen konnten. Bereits damals zeigten sich langbeinige Tiere, die vorwiegend auf ihren Zehenspitzen liefen. Die Zahnentwicklung passte sich ebenso noch besser an die harte Grasnahrung an.

    Die Gattung Parahippus vor rund 23 Millionen Jahren besaß zwar auch noch drei Zehen, verfügte aber bereits über längere Zähne. Vor etwa 18 Millionen Jahren entwickelte sich dann Merychippus mit einer Körperhöhe von rund 1 m. Das Gehirn war deutlich größer und von seiner Statur ähnelte es bereits sehr unserem heutigen Pferd. Zwar hatte Merychippus auch noch drei Zehen, stand aber bereits ganz und gar auf den Zehenspitzen. Die Zahnschmelzschicht der Zähne war deutlich dicker.

    Merychippus entwickelte sich auch wieder weiter zu verschiedenen Arten und eine davon waren die Vertreter der echten Pferde. Die seitlichen Zehen verschwanden langsam bei ihnen. Pliohippus entstand vor rund 15 Millionen Jahren als dreizehiges Pferd, hatte aber schon große Ähnlichkeit mit dem modernen  Pferd. Dinohippus war bereits ein einzehiges Pferd.

    Vor rund 4 Millionen Jahren entwickelten sich dann die modernen Pferde der Gattung Equus.

    kater streck dichKatzen sind gar reinliche Tiere, wie wir wissen. Hingebungsvoll lecken und schlecken sie ihr Haarkleid, wodurch lose Haare ebenso wie kleine Fremdkörper und bedingt auch Parasiten entfernt werden. Wie sie sich vorstellen können, wird durch diese intensive Pflege zugleich die Durchblutung der Haut angeregt, gefördert und damit wiederum die Produktion der Talgdrüsen stimuliert. Die Talgdrüsen haben die sehr nützliche Funktion Fett abzusondern, wodurch der Katzen Pelz wasserdicht und geschmeidig bleibt. Selbstredend hat somit jede Katze ihre ganz persönliche Duftnote.

    Unsere Samtpfote kann schon etwa dreieinhalb Stunden täglich mit Putzen zubringen. Das ist absolut keine Seltenheit und im Rahmen des Normalen. Sicherlich ist ihnen die Rauheit der Katzenzunge nicht verborgen geblieben. An ihr bleiben die Haare hängen und werden abgeschluckt. Im Magen kommt es dadurch leicht zu einer Haarballenbildung. Dieses Haarknäuel muss nun wieder ausgeschieden werden, entweder über den Kot oder durch Erbrechen. Wir können durch Katzengras oder Malz der Katze helfen, die abgeschluckten Haare unspektakulär auszuscheiden.

    Im Gegensatz zu unserem Stubentiger führen Löwen wie auch andere Großkatzen keine solch hingebungsvolle Körperpflege durch.

    Keineswegs unterziehen sich Katzen nur deshalb regelmäßig einer so intensiven Körperpflege weil sie so schmutzig sind, sondern weil es auch andere Nützlichkeiten mit sich bringt. Vielleicht ist Ihnen bereits aufgefallen, dass sich Ihre Samtpfote im Sommer häufiger einer sehr gründlichen Katzenwäsche unterzieht, denn im Winter? Wie Hunde so besitzen auch Katzen nur wenige Schweißdrüsen an den Ballen und am Kinn. Das Putzen hat neben der Säuberung auch die Aufgabe einer Art Klimaanlage. Indem die Katze ihren Speichel über das Fell verteilt entsteht Verdunstungskälte, die an heißen Tagen Abkühlung verschafft. Wir können an sehr heißen Tagen durchaus mithelfen, indem wir mit einem leicht angefeuchteten Tuch oder auch nur feuchten Händen unserem Stubentiger übers Fell fahren – in Strichrichtung bitte. Das kühlt. Das Putzen macht zudem durstig. Daher ist das Aufstellen mehrerer Wasserstellen anzuraten. Katzen nehmen bevorzugt Futter und Wasser an unterschiedlichen Orten auf. Daher ist das Wasser nicht direkt neben der Futterschüssel wie beim Hund anzubieten. Eine sinnvolle Variante sind zudem Katzenbrunnen und werden meist sehr gut von den Katzen angenommen.

    Langhaarkatzen muss man bei der Fellpflege unter die Arme greifen und sie regelmäßig bürsten. Sonst entstehen Verknotungen, die nur mehr heraus geschnitten werden können. Sehr wichtig ist, die Katze bereits von ganz klein an daran zu gewöhnen! Dann liebt sie es sanft gebürstet zu werden. Sie werden sehen. Einfach ganz langsam, in kleinen Schritten beginnen und viel loben über Spiel, Futter und natürlich verbalen Zuspruch. Gerade Katzen bevorzugen ruhiges und eher leises Reden in einem freundlichen Tonfall. Es scheint gar so, als würde unser Stubentiger leises, zartes Flüstern als zärtlichen Akt wahrnehmen. Mit keinem Tier braucht man laut zu werden, sie alle haben ein sehr feines Gehör.

    Warten sie nicht auf  solch einen Zeitungsartikel:

    „Und wieder hat ein Hund, ohne für den Menschen ersichtlichen Grund, ein Kind gebissen.“

    dog boy

     

    Mittlerweile ist es amtlich, dass die meisten Beißunfälle zwischen Hund und Mensch im direkten Umfeld des Hundes geschehen. Leider sind häufig Kinder die Leidtragenden. Bedingt durch die Größe des Kleinkindes – sieht dem Hund meist direkt ins Angesicht - können Bissverletzungen und bereits Abwehrschnapper im Gesicht eines Kindes schlimme Spuren hinterlassen.

    Wir müssen wissen, dass Kinder von Hunden schlicht als kleine Lebewesen wahrgenommen werden. Dementsprechend neigen manche Hunde dazu, diese kleinen, jungen Lebewesen zu massregeln. Freilich nach hündischen Gesetzen und Regeln. Es ist wichtig dem Hund zu zeigen, dass wir Menschen die Verantwortungsträger und Erzieher des Kindes sind und dass er sich daher nicht um die Erziehung dieses kleinen Wesens zu kümmern braucht. Ein Kind kann daher nie der Erzieher des Hundes sein. Wie so oft ist auch hier Fingerspitzengefühl gefordert, denn der Hund soll zugleich nicht frustriert werden. Nicht zuletzt deshalb, um keine Aggressionen zu schüren. Wieder einmal sind klare Regeln notwendig und zugleich ist  auf die Befriedigung der hündischen Bedürfnisse in Form von Beschäftigung, Aktivität, Zuwendung ... zu achten. 

     

    Ein Hund ist ein Hund und wird sich immer wie ein Hund verhalten. Wie auch anders? Ohne Vorwarnung beißt ein Hund äußerst selten, wie etwa 

    • beim Abwehrschnappen als Reflexreaktion auf ein Schreckerlebnis,  wenn etwa ein Kind unerwartet auf den Hund hinfasst, sich an seinem Fell hochziehen möchte oder weil das Tier alt ist und Schmerzen hat.
    • bei hochgradiger Stressbelastung und Angst wenn der Hund nicht gelernt hat zu warnen. Jene Hunde, die nicht warnen, sind die eigentlich gefährlichen Hunde. Sie sind in der Minderzahl.

    In den meisten Fällen warnen Hunde bevor sie zubeissen (siehe Blog)

    Schwarzer Hund

    Fast jeder, der mit einem Haustier lebt, hat bereits die positive Wirkung eines solchen Zusammenlebens erfahren. Tiere werten nicht, verletzen nicht, mischen sich nicht ins Leben ein. Sie erfreuen immer wieder aufs Neue unser Herz. Selbstverständlich gibt es nicht nur Sonnentage. Als HundehalterIn, wenn man bei jedem Wetter an die frische Luft darf, bekommt man dies oft eiskalt zu spüren. Im Großen und Ganzen aber, wirkt der Kontakt zu einem Haustier Stress reduzierend und beruhigend.

    Tiere sind weder Spielzeuge noch Accessoires. Tiere sind fühlende, spürende Lebewesen mit Bedürfnissen, denen wir Rechnung zu tragen haben. Mit der Übernahme eines Haustieres werden wir für viele Jahre zum Verantwortungsträger für dieses Lebewesen.


    Kurze Checkliste VOR der Anschaffung eines Haustieres

    cat playHarnmarkieren zählt zum normalen Kommunikationsverhalten der Katze und nicht zum Ausscheidungsverhalten. Es ist ein physiologisches Verhalten und setzt frühestens mit Beginn der Pubertät ein. Im Kerngebiet des Streifgebietes, wie es die Wohnung imgrunde darstellt, ist Harnmarkieren nur bedingt "normal". Bei reiner Wohungshaltung fehlt imgrunde das Streifgebiet. Männliche wie weibliche Tiere - unkastriert oder kastriert - sie  alle können zum "Übeltäter" werden. Die Urinmarken geben ein geruchliches wie optisches Signal und bei Markieren mit Sichtkontakt zu anderen Katzen, auch ein visuelles. Aus Urinmarken lassen sich vermutlich nebst Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand auch Informtionen über den Hormonhaushalt (etwa Paarungsbereitschaft) ablesen und natürlich auch das Alter der Markierung. Die Katzen kontrollieren nach dem Spritzen nur selten die von ihnen gesetzte Marke.

    Katzen markieren aus verschiedenen und auch aus mehreren Gründen:

    • Hormonelle Einflüsse bei unkastrierten Tieren, männlich wie weiblich.
    • Katzen markieren mit Harn um ihr soziales Umfeld räumlich wie zeitlich klar zu strukturieren. Katzen sind territoriale Tiere mit einander überlappenden Revieren. Urinmarken sollen unliebsame Begegnungen verhindern, der Kontakt zu Artgenossen wird somit kontrolliert. Die selbstsichere Katze macht ihre Territorialansprüche an den Reviergrenzen des Streifgebietes mit ihren Harn und/oder Kotmarken unmißverständlich deutlich. Das Streifgebiet ist durchzogen von Wegen zu für die Katze wichtigen Orten. Das Revier eines Katers ist größer als jenes einer Katze. Katzen gelten als territorialer, sorgen sie auch für die Sicherheit des Nachwuchses.
    • Katzen markieren auch um Stärke, Selbstsicherheit und Überlegenheit zu demonstrieren. Indem sie direkt vor Artgenossen markieren, setzen sie ein zusätzliches visuelles Signal.
    • Harnmarkieren ist eine physiologische Reaktion bedingt durch eine erhöhte Erregungslage – positiv oder negativ. Dies beginnt bei Highlights in einem sonst langweiligen Alltag, geht über Unstimmigkeiten, Spannungen, zwischenkätzischen Vorfall im Mehrkatzenhaushalt bis hin zu jeder nur erdenklichen Art von Veränderungen im Leben der Katze wie: ein neues Möbelstück, Bezugsperson verreist, Familienzuwachs, Baulärm vor dem Haus, fremde Katze vor dem Fenster, fremde Gerüche auf Schuhen oder durchs Fenster, Besuch... Eine erhöhte Erregungslage kann durch jede Form der Verunsicherung, durch Hunger, Stress, Frustration, dem Gefühl eines subjektiv empfundenen Bedrohtseins und und und entstehen.
    • Unsichere oder auch nur verunsicherte Katzen verstärken durch ihre persönliche Duftmarke ihr eigenes Heimgefühl. Fremdgerüche wie jener des neuen Sofas werden mit jenem Mittel übermalt, das am stärksten wirkt und zur Verfügung steht. Mit Hilfe dieser Geruchsübermalung fühlen sie sich wieder sicherer. Gemeinhin sind es weniger die entspannten, souveränen, unaufgeregten Tiere, die mit Harn markieren. Auch nach einem sehr gründlichen Wohnungsputz, bei dem alle Pheromonränder weggeputzt wurden, neigen Katzen zum Markieren um ihre Stabilität wieder herzustellen.
    • Aber, auch selbstsichere Katzen können erschrecken oder gestresst wie verunsichert werden. Auch für diese Katzen können bestimmte Lebensumstände belastend sein. Die Katze reagiert dann mit Urinmarken um besser mit diesen Umständen, Veränderungen klar zu kommen.
    • Katzen sind Gewohnheitstiere, wenn auch sehr neugierige und beziehen ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden aus den Fundamenten eines stabilen Raum-Zeit-Gefüges und ihren sozialen Beziehungen. Gerät eines ins Wanken, tritt rasch Verunsicherung ein. Katzengruppen habe labile Strukturen und keine klaren Hierarchien. Leicht kommt es zu Unstimmigkeiten, Spannungen im Mehrkatzenhaushalt und schon eine Katze mehr kann so eine labile Struktur zu Fall bringen. Katzen kommunizieren subtil, daher ist genaues Beobachten angezeigt. Versperrt etwa eine der Katzen einer anderen ständig den Weg? Womöglich noch jenen zur Toilette?
    • Stichwort unter Katzen: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort! DAS vermittelt Katzen soziale Sicherheit und Überlegenheit. Für die Katze selbst sind Harnmarkierungen eine diplomatische Form der Kommunikation um aggressive Auseinandersetzungen indirekt zu kommunizieren.
    • Leider ist der Zusammenhang mit einem Stressor zeitlich nicht immer offensichtlich, denn die Reaktion der Katze kann auch erst Wochen später auftreten.
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